Mittwoch, 25. August 2010

du stehst am Zaun, blickst über den Graben und in die Manege, wo sie sich räkeln.
Gross und weiss, deine Grossmutter nannte sie die Winterbären.
Sie erzählte dir, sie lebten bei der Eishexe oben im Norden, soweit, dass es kein anderes Tier bis dort schaffen würde.
Aber, sagte sie, sie haben ein dickes dickes Fell, wie dein Wintermantel und du lächeltest, denn dein Mantel hielt auch dich im Winter immer warm.
Und du warst froh, dass die Bären ein warmes Fell hatten, damit sie niemals frieren müssen.

Mittwoch, 18. August 2010

So unendlich sind die Schwingen des Vogels, welcher über mir fliegt.
Ich liege im Gras auf einem Hügel, schaue empor und wundere mich, wohin er wohl sehen mag?
Ob er nicht vielleicht bis zum Horizont und darüber hinaus sehen kann?
Aber im Grunde kümmert es mich nicht.
Ich bin zufrieden, die Sonne scheint mir auf den Bauch und ich strecke meine vier Beine genüsslich fort.
Ein Hundeleben ist schon was feines.

Sonntag, 8. August 2010

Bunte Schirme spannten sich auf, als der Regen begann.
Das Trommeln der Tropfen ergab einen einsamen Klang von sich.
Ich hatte meinen Schirm vergessen und das Wasser lief mir über das Gesicht, mein Haar war bereits durchnässt.
Den angebotenen Schirm eines Passanten auf dem Weg lehnte ich ab.
Ich ging weiter, den Klang des Regens ständig im Ohr.

Sonntag, 1. August 2010

Als ich stand, sah ich, dass der Leuchtturm ganz vermodert und verfallen war. Moos und Gestrüpp überwucherten die Trümmer.
Es war erschreckend und schön
Und dann hörte ich es.
Die See.
Wie die Wellen wieder und immer wieder gegen die Klippen schlugen.
Und ich weinte mit den Möwen, die in der Luft um mich herum flogen.
Denn ich dachte an den alten Mann, der mir, wie es schien noch gestern in diesem Turm lebte und mir Geschichten von seinem Leben auf See erzählte.

Dienstag, 6. Juli 2010

wieder ein Tag, ein Blick, ein Traum.
Wieder ein abgepflückter Apfelbaum.
Mal wieder die Trägheit, die Faulheit, das Kleid.
Die Sonne sie brennt, es ist soweit.

Hoch und weit erstreckt er sich. Äste, weit und königlich, werfen Schatten, kurze, lange.
Junges grün entspriesst.
Darunter ein Bank.
Kühler Wind streift durch das Blattwerk.
In der Luft, der Duft von Regen.
Ein kühles Sommergewitter wird gutes tun.